Die Weltgesundheitsorganisation führt die Fettleibigkeit als das weltweit am stärksten wachsende Gesundheitsrisiko an. Viele Betroffene sind Typ-2-Diabetiker.

Wer gilt als adipös?

Adipositas kann in drei Stufen eingeteilt werden: Adipositas‐Betroffene mit einem BMI von über 40 fallen in die dritte Kategorie und gelten als krankhaft fettleibig. Diese morbide Adipositas ist der geltende Parameter für einen operativen Eingriff zur Regulierung der Nahrungsaufnahme. Eine OP ist aber auch indiziert, wenn ein BMI zwischen 35 und 40, also eine Erkrankung von Grad II, mit Folgeerkrankungen, wie etwa Bluthochdruck, Blutzucker, Gelenksbeschwerden oder Schlafapnoesyndrom, vorliegt.

Obwohl die Kriterien für die Bewilligung eines Eingriffs durch den Versicherungsträger heute nicht mehr so streng gehandhabt werden wie in früheren Jahren, müssen die PatientInnen dennoch bereits einiges an konservativen Therapien versucht haben und sich einer psychologischen Begutachtung unterziehen. Eine mehrmonatige Psychotherapie ist heute jedoch nicht mehr zwingend vorgeschrieben.

Wer ist betroffen?

Mehr Frauen als Männer entscheiden sich für einen chirurgischen Eingriff. Neben vielen Jugendlichen leiden heute vor allem junge Frauen unter krankhaftem Übergewicht. Sie empfinden ihre Lebensqualität als vermindert, da sie zum Beispiel ihre Schuhe nicht selbst zubinden oder nicht mit ihren Kindern spielen können.

Adipöse Menschen bleiben lieber zu Hause, als sich in Gesellschaft zu begeben, gehen nicht schwimmen, sind ungern in der Öffentlichkeit, ziehen sich lieber zurück. So entsteht ein Teufelskreis, die Betroffenen beginnen wiederum verstärkt zu essen.

Was kann der Eingriff?

Neben der Gewichtsabnahme ist das oberste Ziel eines bariatrischen bzw. metabolischen Eingriffs, Folgeerkrankungen des starken Übergewichts zu verhindern bzw. zu verbessern oder auch zu heilen. Die Adipositaschirurgie wird vorwiegend im Alter zwischen 18 und 65 Jahren durchgeführt. Manchmal müssen Eingriffe bereits früher durchgeführt werden, die Problematik der stark übergewichtigen Kinder wird größer.

Bevor es zu einem bariatrischen Eingriff kommt, haben die meisten Betroffenen bereits so gut wie alle Therapieoptionen ausgeschöpft – vor allem die diätetischen Maßnahmen. Heute denken viele Adipositas‐PatientInnen an eine OP, die Hemmschwelle ist im Vergleich zu früher gesunken, da PatientInnen durch Medien und Selbsthilfegruppen besser informiert sind.