Die Zahl der Betroffenen, die vermehrt unter beruflichem wie privatem Stress stehen und so langsam aber sicher in Burnout-Gefahr geraten, steigt stetig an. Ein Ausweg aus diesem Hamsterrad kann eine ausgeglichene Work-Life-Balance sein. Doch darunter versteht der Volksmund etwas völlig Falsches, erklärt der Bestseller-Autor und Mentalcoach Roman Braun. „Der Begriff Work-Life-Balance bedeutet, dass Arbeits- und Privatleben miteinander im Einklang stehen. Unter solchem Einklang versteht die moderne Forschung aber etwas ganz anderes als Otto Normalverbraucher. Dieses falsche Verständnis trägt sogar zur Verschlimmerung eines Burnout-Syndroms bei!“

 

Work-Life-Balance statt Ausgleich

„Der Volksmund meint fälschlicherweise, dass Work-Life-Balance ein Ausgleich zur Arbeit sein soll. Bei dem Begriff geht es aber eher darum, mich vor allem beruflich nicht verbiegen, meine Werte nicht verraten und mich nicht verstellen zu müssen, um meine Arbeit tun zu können.“ Für den Mentalcoach steht fest, dass sich beim Thema Work-Life-Balance alles um die persönlichen Werte dreht, darauf sollte man sich konzentrieren: „Seine Werte in die eigene Tätigkeit einbringen zu können, ist etwas völlig anderes als in der Arbeit wie eine Maschine funktionieren zu müssen und dann im Privatleben einen Ausgleich zu benötigen.“


Selbstverwirklichung als Ziel

Da genügt dann laut Roman Braun bereits das normale Arbeitsausmaß, um nach einigen Jahren die ersten Anzeichen für ein Burnout-Syndrom wie Niedergeschlagenheit oder dauerhafte Müdigkeit zu entwickeln. „Der vielzitierte Ausgleich zum Beruf ist dann einfach nicht genug, wenn ich immer im Kopf habe, dass ich den Großteil der eigenen Wachzeit bei etwas verbringe, das nicht meine Sache ist und von dem ich Ausgleich brauche. Da haben wir das Gegenteil von Selbstverwirklichung!“ Für den Experten ist es essentiell, im eigenen Beruf die persönlichen Werte verwirklichen zu können und dadurch einen guten Job zu machen. Dann braucht es auch keinen Ausgleich.


Stress als Freund

„Ein zweiter wichtiger Faktor ist das Thema Stress. Dass Stress gesundheitsschädlich ist, hat man uns auch von wissenschaftlicher Seite jahrzehntelang weisgemacht. Aktuelle Studien zeigen uns aber das genaue Gegenteil. Wenn jemand glaubt, dass Stress gesundheitsschädlich ist, wird er es auch sein. So entsteht eine selbsterfüllende Prophezeiung“, fügt der Mentalcoach an und macht damit klar, dass das Thema Stressmanagement unmittelbar mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance zu tun hat. „Das Ausweichen in mehr Freizeit ändert am Kernproblem im Kopf, sprich an der Einstellung zur Arbeit, nichts. Doch genau darum geht’s!“