„Die Symptome für einen Schlaganfall sind ziemlich unspektakulär und scheinen auf den ersten Blick eher harmlos zu sein“, sagt Prim. Professor Dr. Peter Grieshofer, der ärztliche Leiter der Klinik Judendorf-Straßengel. Lähmungserscheinungen sind ein wichtiges Anzeichen für einen Schlaganfall ergänzt er. „Wir Mediziner unterscheiden zwei Schlaganfallarten: Den ischämische Insult, der auftritt wenn ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinsel verschlossen wird, und den hämorrhagischen Insult, bei dem eine Hirnblutung als Ursache zugrunde liegt.“ Beiden sei gemein, dass die betroffenen Gewebe im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können.

 

Unterschiedliche Symptome

Die Symptome bei einem Schlaganfall sind sehr unterschiedlich. Sie richten sich nach der Hirnregion, die betroffen ist. „Sprachstörungen und Halbseitige Lähmungen sind die häufigsten Anzeichen für einen Schlaganfall“, erläutert Professor Grieshofer. Wenn Sprachstörungen oder ein taubes Bein nur vorübergehend auftreten und keine bleibenden Schäden hinterlassen, dann kann es sich um eine Vorstufe des Schlaganfalls handeln. Nichtsdestotrotz sollte man so schnell wie möglich in die Klinik kommen. Bei der Behandlung des Apoplex – wie der Schlaganfall unter Medizinern auch genannt wird – sind vor allem die ersten Stunden nach einen Hirnschlag entscheidend. „Je früher die Sauerstoff Versorgung des Gehirns wieder hergestellt werden kann, desto besser ist dies für den Patienten.“

 

Rehabilitation muss schnell einsetzen 

Statistisch gesehen überleben in Österreich ungefähr 80 Prozent einen ersten Schlaganfall. Allerdings hängt dies davon ab, welche Bereiche des Gehirns wie stark geschädigt wurden. „Neben den Herz-Kreislauf und den Krebserkrankungen ist der Schlaganfall eine der häufigsten Todesursachen hierzulande,“ erläutert Professor Grieshofer.

„Nach der Erstversorgung auf der sogenannten stroke-Unit ist das schnelle Einsetzen der Rehabilitationsmaßnahmen für einen Patienten wichtig. Je früher das Sprachzentrum und der Bewegungsapparat wieder trainiert werden, desto besser. Das ist gerade bei jüngeren Menschen wichtig“, betont der ärztliche Leiter der Klinik. Patienten, die starke körperliche Beeinträchtigungen haben, könnten durch die Rehabilitation viele Fähigkeiten, die ihnen durch den Schlaganfall genommen zu sein scheinen, wiedererlangen.

Zudem diene die Reha dazu, mögliche Komplikationen und Folgeschäden für den Patienten so gering wie möglich zu halten. In der Rehabilitationsklinik Judendorf- Straßengel wurde ein System entwickelt, welches in 17 Schritten, anhand von Tipps zeigt, wie man als Laie Schlaganfall-Patienten im Alltag bestmöglich betreuen kann.

 

Präventionsmöglichkeiten

Doch neben der Rehabilitation kommt vor allem der Prävention eines Schlaganfalls eine wichtige Rolle zu. „Eine gesunde Ernährung, der Verzicht aufs Rauchen und auf große Mengen Alkohol sind ein wichtiger Schritt in der Vorbeugung“, erläutert Professor Grieshofer. „Ausreichende Bewegung hilft ebenso den Schlaganfall, der häufig eine Folge eines zu hohen Blutdrucks ist, vermeiden zu helfen. Patienten, die unter einem straken Bluthochdruck oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, sollten sich rechtzeitig in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst zu verhindern, dass es in Folge dessen zu einem Schlaganfall kommt.“