Das Schlagwort Burnout ist in aller Munde. Manchmal ist sogar von einem Medienhype rund um diese psychische Erkrankung die Rede. Doch was man darunter wirklich versteht, wissen nur die wenigsten. Denn der Begriff Burnout hat immer noch keine wissenschaftlich eindeutige, allgemein anerkannte Definition. Und genauso gibt es keine eindeutigen Symptome und keine alleinige Form der Behandlung.

Jeder Betroffene erlebt ein Burnout anders, bei jedem Betroffenen äußert sich das Burnout-Syndrom auf völlig unterschiedliche Weise. Was den Rückschluss nahelegt, dass ein Burnout eigentlich eine Kombination aus unterschiedlichen, negativen Gefühlszuständen und Umwelteinflüssen ist.

Burn-Out - Was kann das sein?

Unter Burnout versteht man in den meisten Fällen einen länger andauernden, negativen Gemütszustand, der vor allem von übermäßiger Erschöpfung und Abgeschlagenheit gekennzeichnet ist, von der man sich auf herkömmlichem Weg nicht mehr erholen kann. Meist geht diese Erschöpfung mit belastender innerer Unruhe und einer starken, aber nicht begründbaren Anspannung einher.

Betroffene sind meist nicht mehr in der Lage, sich zu Aktivitäten aufzuraffen, die für sie vorher ganz selbstverständlich waren. Sie vernachlässigen soziale Kontakte und bringen im Beruf deutlich weniger Leistung als vor dem Burnout. Vielen Betroffenen ist es gar nicht mehr möglich, ihren beruflichen Pflichten nachzukommen.

Das wirklich heimtückische am Burnout aber ist, dass sich dieses Syndrom langsam und schleichend aufbaut und von den meisten Betroffenen sehr lange entweder gar nicht bemerkt oder zumindest nicht ernst genommen wird. Wenn es dann voll ausbricht, ist es meistens schon zu spät, um das Ruder selbst noch herum zu reißen. Wer merkt,  dass er von einem Burn-Out betroffen sein könnte, ist meist schon nicht mehr in der Lage, selbst für eine Besserung zu sorgen. Dann können nur noch Profis helfen, das Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Therapie - Was kann man tun?

Der schwierigste Schritt bei der Behandlung eines Burnout-Syndroms ist meist das eigene Erkennen und vor allem das vollständige Akzeptieren der Krankheit. Man muss sich eingestehen, beruflich und privat nicht mehr 100 Prozent Einsatz und Leistung geben zu können. Ist dieser erste Schritt einmal geschafft, sollte man sich den Stressfaktoren zuwenden, die einen krank machen, und diese so gut es geht aus dem eigenen Leben verbannen.

Bei leichten Fällen von Burnout reichen manchmal schon ein längerer Urlaub und ein Krankenstand, um sich wieder auf das Positive im eigenen Leben konzentrieren zu lernen. Bei schwereren Fällen wird der Aufenthalt in einer entsprechenden Einrichtung mit psychologischer Betreuung notwendig, um das eigene Leben und die krank machenden Stressfaktoren mit professioneller Hilfe zu analysieren, aufzuarbeiten und Wege zu finden, wieder mit neuem Elan in den Alltag zu starten. Denn unbehandelt und „von selbst“ geht ein Burnout nicht mehr weg.

Forschung - Was gibt es Neues?

Das Phänomen „Burnout-Syndrom“ ist immer noch nicht ausreichend erforscht. Schon das Fehlen einer anerkannten, wissenschaftlich eindeutigen Definition spricht für große Lücken in der Forschung und für die dringend notwendige Konzentration auf das Wesentliche. Nämlich darauf, was bei Menschen, die von einem Burnout-Syndrom betroffen sind, anders läuft als bei der Vielzahl an Menschen, die beruflich und privat ebenfalls großem Druck ausgesetzt sind, aber nicht erkranken. Dafür sollte man den wahrscheinlich vorhandenen Burnout-Schutzfaktoren mindestens die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie den Risikofaktoren.

Auch sollten gesundheitsfördernde Bedingungen ebenso erkannt und erforscht werden wie alle krank machenden. Denn nur mit der Betrachtung beider Seiten, der positiven und der negativen, kann es gelingen, ein ganzheitliches Konzept auf die Beine zu stellen, um dem Burnout-Syndrom in Zukunft den Wind aus den Segeln zu nehmen.