„Versuchs mal mit Gemütlichkeit“ singt Balu der Bär im Dschungelbuch. Wohlfühlen Beim Wohnen ist die erste Voraussetzung für die Gesundheit, sagt Univ. Prof. Dr. med. DI Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien. „In Mitteleuropa verbringen wir mehr als 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Deshalb ist es so wichtig, dass man sich in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlen muss.“ Auf drei Bereiche sollte man besonders achten, wenn es um Wohnen und Gesundheit geht. Das sind Lichtverhältnisse, Gerüche und Lärm: Falls hier etwas nicht stimmt - so können sich schnell unangenehme Stresssituationen einstellen. Dies sollte man schon bei de Auswahl der richtigen Wohnung berücksichtigen.

 

Wohlfühlklima

„Zu einem Wohlfühlklima in den eigenen vier Wänden gehören zudem die richtigen raumklimatischen Bedingungen. Stehen Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem richtigen Verhältnis zueinander? Eine zu trockene Raumtemperatur kann beispielsweise die Reizwirkung von Luftschadstoffen an den Scheimhäuten verstärken, als eine feuchtere“, erklärt Professor Hutter. Zudem sei das Wärmeempfinden der Menschen auch abhängig von der Lufttemperatur und der Oberflächentermperatur von Wänden sowie von Einrichtungsgegenständen. Kalte Wände seien beispielsweise ungemütlich und man müsse Raumtemperatur erhöhen, um wieder eine gewissen Behaglichkeit herzustellen. Und auch Lüften bedeute schnellen Luftaustausch bei geringen Wärmeverlust.

 

Kinder sind stärker belastet

Dabei mach der Umwelthygieniker vor allem darauf aufmerksam, dass gerade Familien mit Kindern durch Umweltbelastungen in Wohnungen stärker betroffen sind. „Wenn spielende Kinder über den Boden krabbeln und öfter die Finger im Mund habe, sind sie mehr als Erwachsene Schadstoffen aus Baumaterialien, Einrichtungen und Hausstaub ausgesetzt. Diese Stoffe gefährden Kinder auch deshalb stärker, weil sich die Jüngsten noch in der Wachstumsphase befinden und deshalb einen höheren Grundumsatz haben. Kindern können bis zu zehn Mal mehr Schadstoffe in der gleichen Umgebung aufnehmen als Erwachsene.“

 

Gesunde Raumluft

Ein Dreh und Nagelpunkt für eine gesunde Wohnung ist die gute Raumluft. Dabei ist nicht immer klar, woher gesundheitliche Belastungen stammen und manchmal brechen Erkrankungen erst nach langer Latenzzeit aus. „Es gibt Stoffen die zwar in geringen also nicht akut gefährden Konzentrationen vorkommen, jedoch sehr wohl nach langer Einwirkungsdauer schon in diesen kleinsten Mengen schädlich sein können,“ erläutert Professor Hutter das Dilemma.

Doch einiges könne man gegen Luftschadstoffe schon tun. Neben dem ausgeatmeten CO2, belasten vor allem Putz. und Duftmittel die Raumluft, aber auch verbranntes Gas aus dem Gasherd, Zigarettenrauch oder Ausgasungen aus Baumaterialien können die Innenraumluft belasten.

 

Schimmelpilze

Doch nicht immer ist Abhilfe so schnell möglich. Schimmelpilzbefall in Wohnungen sei ein klassisches Beispiel, das vielfach auch zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern über Ursachen und dessen Beseitigung führen könne, berichtet Professor Hutter aus der Praxis. Er empfiehlt bei der Anmietung einer Wohnung auf Nummer sicher zu gehen und sich bei einem erfahrenen Institut (z.B. für Baubiologie oder Innenraumanalytik), auf dessen Erfahrung und Messmethodik man sich verlassen könne, zu erkundigen oder bei Verdacht, die Wohnung vor dem Einzug auf Schadstoffe zu untersuchen.

 

Holzböden statt PVC

Auch bei der Renovierung sollte man auf einige wichtige Grundsätze achten, will man sich ein eigenes Reich schön machen. Dabei bricht Professor Hutter eine Lanze für den klassischen Holzfußboden. „Sie geben Innenräumen eine wohnliche Atmosphäre und sind trittelastisch. Sie laden sich im Gegensatz zu synthetischen Belägen oder Teppichböden nicht elektrostatisch auf und lassen sich einfach mit Wasser reinigen. Zudem könne ,an sie problemlos bis zu zehn Mal abschleifen. Alles im allen also ein langfristige, aber sehr wirtschaftliche Investition.“

Bei der Anschaffung von Teppichböden oder Teppichen sollte man darauf Wert legen, dass die Nutzschicht aus natürlichen Fasern wie Wolle, Sisal, Kokos und Jute bestehen. Synthetische Fasern können sich sowohl elektrostatisch aufladen und werden mit Antistatika behandelt, die wiederum Tenside enthalten. „Aber auch in Wollteppichen lauer die eine oder andere Gefahr: Ein Großteil von ihnen wird mit Motten und Käferschmutzmittel behandelt, dazu dient unter anderem das Nervengift Permethrin.