Univ.-Prof. Dr. Dr. Werner Koenne
Er ist emeritierter Professor für Computerwissenschaften an der Universität Salzburg. Darüber hinaus hat er Philosophie studiert. Professor Koenne war zuständig bei Österreichs zweitgrößtem Energieunternehmen, dem Verbund, für den Bereich Kraftwerksbau.

Selbstverständlich, ja natürlich sei er beruflich stark eingebunden gewesen, als Vorstand beim Verbund, dem zweitgrößten österreichischen Energieversorger. Zuständig für alle Bauwerke und für das Bauen selbst. Ja, und eine Professur an der Universität Salzburg am Institut für Informatik habe er auch noch gehabt. Auch darüber, dass seine Mutter an einem Aneurysma gestorben sei, habe er nicht gedacht, denn nur etwa bei zehn Prozent der Aneurysmen liegt Vererbung vor. Als ihm im Jänner 2010 in seinem Haus im Wienerwald schlecht wurde, er Schluckbeschwerden bekam und nach Luft rang, da ahnte er noch nicht, dass sich sein Leben radikal ändern würde.

 

Rettung hat richtig reagiert 

„Ich habe die Rettung gerufen, ja und danach kann ich mich nicht mehr an allzuviel erinnern.“ Inzwischen ist klar – es hatte sich ein Aneurysma gebildet –eine spindel- oder sackförmige Gefäßerweiterung einer Arterie im Gehirn. Es entstand infolge einer Ausweitung der Gefäßwand. So ein Aneurysma tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Lebensgefährlich wird es, wenn dieses Gefäß reißt, weil es dann zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie schweren inneren Blutungen kommen kann. Übrigens:

Je größer ein Aneurysma ist, desto größer der Druck auf die Gefäßwand und größer das Risiko, dass ein solches Gefäß platzt. Doch dies wusste Professor Könne alles nicht, als er wegen seiner Schluckbeschwerden, die immer schlimmer wurden, die Rettung rief. „Die junge Ärztin hat wohl die richtige Diagnose gestellt,“ sagt der Professor trocken. Sie hat noch relativ schnell vor Ort einen Luftröhrenschnitt gemacht, so dass das Gehirn mit Sauerstoff versorgt werden konnte.

Sonst hätte ich diese Hirnblutung nicht überlebt“, meint Werner Georg Könne. Dabei gab es schon auf dem Weg ins Krankenhaus nach St. Pölten Komplikationen. Wegen des schlechten Wetters konnte das Auto, das mich dorthin gebracht hat, nur sehr langsam über die Autobahn vorankommen.“ Danach könne er sich an vieles nicht erinnern: „Fragen Sie die Klinik, die können es Ihnen besser berichten.“ 

 

Zehn Monate Koma

Fakt ist, dass Professor Koenne auf die Stroke Unit des Landesklinikums St. Pölten eingeliefert wurde. Später wurde er ins Klinikum Rosenhügel in Wien verlegt. Aber auch daran kann er sich nicht erinnern. Als ich dort wieder aufwachte, dachte ich, ich hätte ein Wochenende durchgeschlafen. „Doch man berichtete mir, dass ich insgesamt zehn Monate im Koma gelegen habe.“

Medizinisch war das eine große Sensation, denn die Überlebenschancen bei Komapatienten nach Hirninfarkt sind nicht besonders hoch. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass ein Jahr nach einem Schlaganfall 40 Prozent der Patienten gestorben sind, und 64 Prozent, derer, die das erste Jahr überleben, auf fremde Hilfe angewiesen sind. Mehr als ein Sechstel müssen in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden.

Die Chancen nach einem Schlaganfall am Leben zu bleiben sinken rapide, wenn ein derartig langes Koma folgt, wie bei Professor Koenne. Der Patient wurde in der Zeit künstlich ernährt. „Sie müssen sich das Koma wie einen tiefen Schlaf vorstellen, in dem man nicht durch äußere Reize geweckt werden kann. Man weiss nicht, was um einen herum geschieht.“

 

Rehabilitation hilft

Heute versucht Professor Koenne, der klar und deutlich sprechen kann, schon wieder ohne Stock zu gehen. Doch der Weg dahin war lang und mit viel Mühen und Arbeit verbunden. „Nach meinen Klinikaufenthalt war ich zunächst im Haus der Barmherzigkeit“, in dem Menschen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit Behinderungen interdisziplinäre Langzeitbetreuung erhalten.

Doch schnell stellten sich Fortschritte bei Werner Koenne ein und so wechselt er in das Neurologische Rehabilitationszentrum Rosenhügel bei Wien, wo ein interdisziplinäres Team sich um die gesundheitlichen Fortschritte des Patienten kümmerte. Heute, so meint er, sei er wieder auf der besseren Seite des Lebens angelangt. Der Professor hat in der Tat einen langen Weg hinter sich. Lange konnte er nur liegen, durch eine lange Rehabilitation ist er inzwischen in der Lage am Stock zu gehen. Doch da will der Professor, der vor Lebenskraft strotzt noch lange nicht aufhören. Inzwischen arbeitet er daran, sich auch ohne Gehhilfe vorwärts zu bewegen.