Schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden sogenannte Employee Assistance Programs (EAPs) in der Vereinigten Staaten eingeführt. Das heißt: nicht die Betriebe selbst, sondern ein Fremdunternehmen kümmert sich um die psychosozialen Belange der Mitarbeiter des Unternehmens.

Auch in Österreich sind diese EAP bei Unternehmen nachgefragt, bietet doch die „Draufsicht“ eines externen Unternehmens auf die Probleme der MitarbeiterInnen eine Menge Vorteile für den Beauftrager.

Psychische Gesundheit und Burnout Prophylaxe

Zahlreiche namhafte alpenländische Unternehmen leisten beispielsweise inzwischen ihren Beitrag zur psychischen Gesundheit und zur Burnout Prophylaxe, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein EAP zur Verfügung stellen.

„Der private Alltag ist nicht immer nur mit positiven  Ereignissen gespickt. Sei es eine Beziehungskrise, Schulsorgen mit den Kindern, finanzielle Sorgen oder ein Pflegefall in der Familie. Die Herausforderungen des privaten Alltags sind manchmal größer als uns lieb ist und nehmen keine Rücksicht darauf, ob gerade Platz zur Bewältigung vorhanden ist. Fallen diese beruflichen und privaten Stresssituationen in denselben Zeitraum, wird es uns meistens zu viel. Die Folge kann Erschöpfung, Depression und sogar manchmal ein langer Krankenstand oder gar der Verlust des Arbeitsplatzes sein“, erläutert Beate Danczul, geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsgesellschaft Consentiv, die entsprechende EAP Programme für Unternehmen anbietet.

Martina Schwind, die zweite Hälfte des Geschäftsführerinnenduos ergänzt: „Stabilität im Leben ergibt sich durch die richtige Balance. Eine Balance, für die jeder Mensch selbst verantwortlich ist und das private und berufliche Umfeld lediglich einen Beitrag zu dieser Eigenverantwortung leisten kann.“

Coaching, Beratung und Mediation

„EAP Unternehmen unterstützen Firmen, indem sie für deren MitarbeiterInnen bei beruflichen, als auch bei privaten Themen durch Coaching, Beratung und Mediation zur Verfügung steht. Dafür zahlen die  Kunden eine fixe Pauschale und ermöglichen damit ihren Angestellten einen niederschwelligen und kostenlosen Zugang zur psychosozialen Unterstützung. Die absolute Anonymität und Verschwiegenheit führt dazu, dass das Angebot externer EAP Partner sowohl von Arbeitgeber, als auch von Arbeitnehmerseite in Österreich inzwischen sehr gut angenommen wird.“

Anonyme Hilfestellung bei Mobbing oder Stress

Alle EAP-Beratungsunternehmen arbeiten anonym, das heißt der Arbeitgeber erfährt weder den Namen noch den Grund des Besuchs. Andererseits gehört es vielfach zur Abmachung, dass, wenn Führungskräfte merken, dass es Mitarbeiterinnen oder Kollegen nicht gut geht, auf das Firmenangebot hinweisen sollen. Entsprechende Coachings werden von den meisten Consultingunternehmen angeboten.

„Erkennen wir eine Häufung von Problemen zu einzelnen Themen eines Unternehmens, dann weisen wir das Management und Führungskräften selbstverständlich unter Wahrung der Anonymität darauf hin, um dann gemeinsame wirksame Konzepte im Rahmen von Veränderungsprozessen zu Wohle aller Beteiligten zu erstellen.“ Ärztliche oder therapeutische Leistungen übernehmen EAP – Dienstleister allerdings nicht. „Unsere Aufgabe besteht darin, einen Moderationsprozess in der Krise zu übernehmen und entsprechende Fachleute zu empfehlen“, so Beate Danczul.