Im Arbeitsalltag kann schon die Veränderung von ganz einfachen Dingen, wie die Einrichtung ergonomischer Arbeitsplätze oder der Einsatz sinnvoller Werkzeuge und moderner Computerprogramme, viel Gutes bewirken. Damit kann etwa verhindert werden, dass zusätzliche körperliche Belastungen für die ArbeitnehmerInnen entstehen und diese negativen Einfluss auf die Psyche nehmen.

Doch das alleine als Präventivmaßnahme gegen Burnout zu setzen, greift zu kurz. Vielmehr muss ein allgemeines Bewusstsein geschaffen werden, welche Risikofaktoren hinsichtlich Burnout am Arbeitsplatz vorhanden sein können.

Für Professor Dr. Christian Korunka vom Institut für Angewandte Psychologie: Arbeit, Bildung, Wirtschaft der Universität Wien bergen gewisse Entwicklungen und Trends besonderes Gefahrenpotential: „Die soziale Beschleunigung in der Arbeitswelt, die generelle Zunahme von Zeitdruck und Arbeitsplätze mit zeitlicher und räumlicher Autonomie, die die Abgrenzung von Arbeit und Privatem erschweren, sind als potentielle Risikofaktoren für Burnout zu betrachten.” Dazu kommen strukturelle Probleme wie All-In-Verträge, welche die oben genannten Faktoren noch verstärken können.

Als ArbeitnehmerIn muss man sich solche Risiken von vornherein bewusst machen und in Eigenverantwortung entscheiden, ob man sich auf ein entsprechendes Arbeitsumfeld einlassen möchte oder nicht.

Unternehmensleitung und Führungskräfte in der Pflicht

Prävention von Burnout sollte für jedes Unternehmen mehr sein als eine lästige Pflichtübung. Denn aufgrund der vermehrten Ausfälle von MitarbeiterInnen durch seelische Beeinträchtigungen kommt Prävention eine wichtige Rolle in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zu. Das betriebliche Gesundheitsmanagement sollte hierbei stark eingebunden sein, neben ArbeitsmedizinerInnen kommt vor allem auch ArbeitspsychologInnen eine entscheidende Rolle zu.

„Ein Phänomen in der heutigen Arbeitswelt ist die Subjektivierung, das heißt, die gesamte Verantwortung liegt beim Subjekt, bei einem selbst.“

Sie können beeinträchtigende Arbeitsstrukturen, Stressfaktoren und psychische Belastungen analysieren und Strategien zu deren Behebung entwickeln. Generell sollten die Arbeitsprozesse in einem Unternehmen transparent, verständlich und gut umsetzbar sein. Zur Durchführung der Tätigkeiten sollten den MitarbeiterInnen entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen und die Arbeit sollte für alle Beteiligten einen Sinn und Zweck haben.

Auch organisatorische Dinge wie Führungskultur und Möglichkeiten für MitarbeiterInnen, sich aktiv einzubringen, sind Faktoren, die ein positives Klima am Arbeitsplatz bewirken können. „Die Kommunikationsstrukturen in einem Unternehmen müssen stimmen, Teamarbeit und die gute Einbindung in ein positives soziales Umfeld müssen gegeben sein.” erläutert Prof. Korunka.

Wichtig für das Gelingen eines präventiven Gesamtkonzepts gegen Burnout ist auch die Übernahme von Verantwortung durch Führungskräfte. Sie sollten zum einen gesunde Arbeitsbedingungen im Blick haben und andererseits als Vorbild für ihre MitarbeiterInnen fungieren. Dabei ist es entscheidend, dass Vorgesetzte über die Arbeitsprozesse und Anforderungen an ihr Team Bescheid wissen und gesunde Arbeit vorleben: keine Überstunden-Exzesse, sportlicher Ausgleich, Entspannung und kreative Pausen sind hierbei ganz bedeutende Faktoren.

Was können ArbeitnehmerInnen tun?

Bei der Arbeitsplatzwahl sollte man sich als ArbeitnehmerIn in jedem Fall ansehen, wie ein Unternehmen mit Themen wie betrieblichem Gesundheitsmanagement und Burnout-Prävention umgeht. Man sollte im Vorhinein eruieren, welche Maßnahmen das Unternehmen in diesen Bereichen setzt.

Eine weitere entscheidende Präventionsmaßnahme gegen Burnout am Arbeitsplatz ist eine selbstbestimmte Freizeit. Das unterstreicht auch Prof. Korunka: „Ein Phänomen in der heutigen Arbeitswelt ist die Subjektivierung, das heißt, die gesamte Verantwortung liegt beim Subjekt, bei einem selbst. Ich bin für mein Glück selbst verantwortlich. Das hat viele Bedrohungen, aber auch Möglichkeiten. Es liegt also in meiner Eigenverantwortung, was ich eigentlich will, auch das Finden einer Work-Life-Balance und die bewusste Grenzziehung zwischen Arbeit und Freizeit.”

Wichtig dabei ist, Tätigkeiten und Hobbies zu finden, die nicht unmittelbar mit der Arbeit zusammenhängen. Wer beispielsweise beruflich viel am Computer sitzt, sollte dies nicht auch noch zuhause tun. Sport und Bewegung sind Aktivitäten, die nicht nur zur physischen, sondern auch zur psychischen Fitness und Erholung beitragen können. Um geistig und körperlich richtig zu entspannen, können Entspannungsmethoden helfen, die sich mit Hilfe eines Buches oder Seminars rasch erlernen lassen. Außerdem sollte man sein eigenes Schlafverhalten beobachten und eventuell verbessern.