Durch eine optimale medizinische Behandlung ist es gelungen, die Spitals-Sterblichkeit bei Herzinfarkt deutlich zu senken. Die Langzeit-Sterblichkeit nach durchgemachtem Herzinfarkt ist aber immer noch hoch.

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Mit Medikamenten und/oder speziellen Eingriffen (z.B. Herzkatheter, Einbau von Gefäßstützen, sog. ‚stents‘) kann man aber nur ca. 25 Prozent der Todesfälle positiv beeinflussen, während drei Viertel der nachgewiesenen Erfolge der letzten Jahre eindeutig auf eine Verbesserung des Risiko-Potentiales dieser Patienten zurückzuführen ist:

Univ.-Prof. Dr. Kurt Huber
Primarius der 3. Medizinischen Abteilung mit Kardiologie und internistischer Notaufnahme, Wilhelminenspital, Wien

Nichtrauchen, Normalisierung eines Bluthochdrucks (Hypertonie), Körpergewichtsreduktion bei Übergewicht, Normalisierung bzw. Optimierung des Blutfettspiegels, Früh-Erkennung und zielgerichtete Behandlung von Zuckerkrankheit (Diabetes), sowie regelmäßiges Ausdauertraining.

Rauchverbote wirken

Die internationalen Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden und in Lokalen haben schlagartig in allen Ländern, wo entsprechende Untersuchungen durchgeführt wurden, zu einem Rückgang von Herzinfarkten um 20 und mehr Prozent geführt (Irland, Italien, Schweiz).

Medikamentöse Therapie

Eine optimale medikamentöse Blutdruckeinstellung neben begleitenden Maßnahmen zur Lebensstil-Verbesserung tragen dazu bei, das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich zu senken. In den seltenen Fällen, wo trotz medikamentöser Kombinationstherapie und entsprechender Lebensstil-Modifikation keine adäquate Blutdrucksenkung zu erzielen ist, kann heute mit einer neuen invasiven Methode, der sogenannten renalen Denervationstherapie, Abhilfe geschaffen werden.

Gesund leben

Ganz generell geht es aber heutzutage um Risiko-Reduktion durch Lebensstil-Verbesserung: richtige Ernährung, Körpergewichtsabnahme und Ausdauer-Training (es genügen schon 3x30 Minuten pro Woche) beeinflussen nicht nur den Blutdruck, sondern senken auch erhöhte Blutfettspiegel und Blutzuckerwerte und führen zusätzlich zu einem subjektiven Wohlbefinden durch bessere Leistungsfähigkeit. Nicht selten kann durch richtiges Verhalten die Anzahl der Medikamente nach Herzinfarkt oder Schlaganfall schrittweise reduziert werden. Allerdings sind spezielle Medikamente zur Blutdrucksenkung, zur Senkung der Blutfette und zur Normalisierung des Blutzuckers zumindest in den ersten 12-24 Monaten nach dem Herzinfarkt zwingend erforderlich, bis die Lebensstil-verändernden Maßnahmen den entsprechenden Erfolg zeigen.

In der vorliegenden Spezialausgabe zum Thema “Herz und Blut“ erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema aus der Feder von ausgewiesenen Experten. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der Lektüre, die hoffentlich dazu beiträgt, Ihre Gesundheitsbewusstsein zu stärken.“