Ein starkes Herz und gesunde Gefäße tragen maßgeblich zur Lebensqualität bei und auf ihre Wichtigkeit kann nicht oft genug hingewiesen werden. Dennoch gehören Herz- und Kreislauferkrankungen in Österreich nach wie vor zu den häufigsten Krankheiten. Die aktuelle Statistik besagt, dass sie für über 42 Prozent der Todesfälle hierzulande verantwortlich sind. Es ist heute eindeutig erwiesen, dass durch einen gesunden Lebensstil das Auftreten dieser Gefäßerkrankungen, im wesentlichen Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverschluss in den Beinen, verhindert werden kann. Herz- und Kreislauferkrankungen haben schwerwiegende Folgen: Heftige Schmerzen beim akuten Auftreten, das Risiko eines plötzlichen Herztods oder eine Herzmuskelschwäche. So betrachtet wird auch klar, warum eine frühzeitige Prävention und ein Engagement von Patientenseite so wichtig sind.

„Ein bewusster und aktiver Lebensstil ist für die Herz-und Kreislaufgesundheit absolut unerlässlich.“

Risikofaktoren ausschalten

Ein bewusster und aktiver Lebensstil ist für die Herz- und Kreislaufgesundheit absolut unerlässlich. Dazu gehören das Nichtrauchen, die sportliche Betätigung und die Vermeidung von Übergewicht ebenso wie eine bewusste Ernährung. Gefäßerkrankungen tauchen auch deshalb so häufig in unserer Gesellschaft auf, weil die Risikofaktoren so zahlreich anzutreffen sind. Wir können feststellen, dass es auch bei Kindern und Jugendlichen schon in frühen Jahren zu Übergewicht und im Anschluss häufig auch zur ernährungsbedingten Diabetes kommt. Diese ist wiederum ein wesentlicher Risikofaktor für koronare Erkrankungen.
Obwohl die Behandlungserfolge bei Herz- und Kreislauferkrankungen im Vergleich zu denen vor zwanzig Jahren deutlich zugenommen haben, bleibt die Zahl der Todesfälle unverändert hoch. Dies hängt mit dem stetigen Älterwerden der Bevölkerung zusammen und global gesehen auch mit dem Bevölkerungszuwachs. Der zunehmend ungesunde Lebenswandel in breiteren Bevölkerungsschichten trägt ebenfalls dazu bei, dass wettgemacht wird, was wir an Erfolgen bei der Behandlung verbuchen können.

Abklärungen bei ersten Anzeichen

Wir von der kardiologischen Seite können sehr viel für den Patienten tun, sobald sich erste Anzeichen wie Schmerzen in der Brust oder Atemnot melden. Insofern sollte man nicht zögern, einen Arzt aufsuchen, besonders wenn Beschwerden auftreten oder in der Familie bereits Fälle von Herz- oder Kreislauferkrankungen vorkamen. Wenn sich in der Voruntersuchung Anzeichen von bereits vorhandenen Gefäßstörungen ergeben, dann ist es oft notwendig, eine sogenannte Herzkatheteruntersuchung durchzuführen. Damit wird eine eventuelle Verengung der Gefäße festgestellt. Heutzutage werden dazu Gefäßzugänge am Arm gelegt, was für die Patienten deutlich weniger belastend ist. Sind dann Verengungen feststellbar, werden diese gedehnt oder es werden Stents eingebracht, welche die Gefäße stützen. Hochwirksame Medikamente halten dabei die Gefäßverkalkung auf beziehungsweise verhindern sie.
Im schlimmsten Fall, wenn schon gravierende Schäden vorhanden sind, gibt es über die Medikation hinaus auch noch die Möglichkeit der sogenannten Gerätetherapie. Spezielle Schrittmachersysteme unterstützen das Herz in seiner Funktion und können einen plötzlichen Herztod verhindern. Schrittmacher mit zusätzlichen Sonden stärken darüber hinaus die Muskelkraft des Herzens. Im Notfall ist es für Angehörige oder Augenzeugen wichtig zu wissen, wie man Wiederbelebungsmaßnahmen beginnt bis der Notarzt oder die Rettung eingetroffen sind. Dazu werden Schulungen angeboten und mittlerweile finden sich an vielen öffentlichen Plätzen Defibrillatoren. Hier zählt jede Minute – je schneller ein Patient mit Kammerflimmern oder jeglichem Herz-Kreislauf-Stillstand einen Elektroschock und schnelle Hilfe erhält, desto besser sind seine Überlebens- und Genesungschancen.

Erfreuliches Rauchverbot

Ich freue mich darüber, dass sich nach zahlreichen anderen Ländern nun auch Österreich zu einem konsequenteren Rauchverbot entschlossen hat. Zahlen aus anderen Ländern besagen, dass sich dies in einer Reduktion von Herzinfarkten geäußert hat. Das Bewusstsein der Bevölkerung über die Wichtigkeit von Herz- und Kreislauferkrankungen sind zur Prävention zentral – einer der wichtigsten Faktoren ist das Nichtrauchen beziehungsweise mit dem Rauchen aufzuhören.