Diabetes ist oft eine Erstdiagnose, wenn bereits eine Herzkomplikation oder sogar ein Herzinfarkt aufgetreten ist. Univ.-Prof. Dr. Franz Weidinger, Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung mit Kardiologie und internistischer Intensivmedizin an der Rudolfstiftung Wien, über die Ursachen und Prävention als beste Medizin.

Warum sind Diabetiker so häufig von Herz-Kreislauferkrankung betroffen?

Besonders häufig kommt es bei Diabetikern zu Arteriosklerose – der Gefäßverkalkung – die auch zu einer Gefäßverengung am Herzen führen kann. Darüber hinaus besteht auch ein höheres Risiko für Thrombosen. In Österreich ist jeder vierte Patient an einer Herzabteilung im Herz-Katheterlabor ein Diabetes-Patient, es ist also auch für den Bereich der Kardiologie ein zunehmendes Problem.

Welche Maßnahmen sind für Diabetiker hilfreich, um Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen?

Neben der regelmäßigen Kon-trolle des Blutzuckers ist auch die Überprüfung des Blutdrucks und der Blutfettwerte sehr wichtig. Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung können bei Diabetikern auch weitere Routineuntersuchungen durchgeführt werden, um eine verborgene Herzkreislauferkrankung aufzudecken. Eine Kombination aus einem EKG, einem Herz-Ultraschall sowie Ergometrie wären sinnvolle Zusatzuntersuchungen, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Wie können Patienten Herz-Kreislauferkrankungen selbst entgegenwirken?

Die wichtigste Erstmaßnahme ist die Änderung des eigenen Lebensstils mit viel Bewegung, einer gesunden Ernährung und natürlich einer Reduktion des Körpergewichts. In zweiter Linie können auch medikamentöse Behandlungen eines erhöhten Blutdrucks oder Cholesterinwerts regulierend wirken. Ein aktives und gesundes Leben ist jedoch die beste Prävention.