Prof. Dr. Dieter Magometschnigg
Leiter des Instituts für Hypertoniker

„Inzwischen ist Blutdruckmessen eine kinderleichte Sache“, erklärt Dr. Dieter Magometschnigg, Professor für Innere Medizin und Leiter des Instituts für Hypertoniker. Manschette anlegen, straff ziehen und auf den Knopf drücken – das gilt für Oberarmmessgeräte ebenso wie für Handgelenksmanschetten. Die Schwierigkeit liegt dagegen in der Beurteilung des gemessenen Werts. „Der Blutdruck ist eine stark schwankende Größe“, sagt der Mediziner.

Der Mittelwert zählt

Eine Einzelmessung sagt daher wenig über den tatsächlichen Wert aus. Oft beeinflussen zusätzliche Faktoren wie Stress, Aufregung oder körperliche Anstrengung das Ergebnis. Wer seinem Blutdruck also tatsächlich auf den Grund gehen will – und das legt Dr. Magometschnigg jedem nahe – der sollte sich einer medizinischen 24-Stunden-Blutdruckmessung unterziehen. Hier wird der Blutdruck an einem Tag etwa 60 Mal geprüft. Das Verfahren lässt sich aber auch zuhause umsetzen: Mindestens 30 Messungen über den ganzen Tag verteilt, empfiehlt der Experte. Je stärker der Blutdruck schwankt, desto mehr Messungen sind notwendig, um den korrekten Mittelwert zu erhalten.

Langzeitfolgen

Der Mittelwert sollte im Idealfall unter dem Wert 130:80 mm/Hg liegen. Dabei steht der erste Wert für den systolischen, der zweite für den diastolischen Blutdruck. „Problematisch wird es, wenn der Mittelwert über dieser Grenze liegt. Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine Strategie zur Senkung festzulegen und zu untersuchen, ob bereits Folgeschäden vorhanden sind“, meint Dr. Magometschnigg. Denn ein zu hoher Blutdruck schädigt die Gefäße und kann zu Schlaganfall, Herzinfarkt oder einem Nierenschaden führen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn weitere Risikofaktoren zur Gefäßschädigung vorliegen. Dazu zählen etwa Rauchen, Übergewicht, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. „Bluthochdruck ist die Haupttodesursache weltweit“, so der Experte. „Nur weil der Prozess sehr lange dauert, darf man ihn nicht ignorieren.“