Ein gesundes Herz und gesunde Gefäße sind wesentliche Bedingungen für ein langes Leben und vor allem für eine gute Lebensqualität. In der Bevölkerung ist die Angst vor Krebserkrankungen groß – die Mehrzahl der Todesfälle ist aber immer noch auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen.

In allen Phasen der Erkrankung kann heute durch entsprechende Maßnahmen der Schaden begrenzt werden: durch Reduktion der Risikofaktoren, durch Erkennen, welche Symptome gefährlich sein können, durch Einleitung einer raschen, zielführenden Therapie und schließlich durch eine konsequente Nachbetreuung.

Risikofaktoren kennen – gute Vorsätze umsetzen

Die Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind gut studiert und lange bekannt: Übergewicht und Altersdiabetes, Bewegungsmangel, hoher Blutdruck, zuviel Blutfett, Nikotinkonsum, Alter und erbliche Faktoren. Die letzten beiden Parameter sind natürlich nicht zu beeinflussen – alle anderen Risikofaktoren sehr wohl und das ist der Mehrzahl der Bevölkerung auch bewusst.

Durch eine gesunde Ernährung und reichlich Bewegung können Übergewicht, Diabetes und teilweise auch der hohe Blutdruck und hohe Blutfettwerte günstig beeinflusst werden. Nachdem die erbliche Belastung häufig über zuviel Blutfett zur Herzerkrankung führt, kann somit auch die Genetik überlistet werden. Wichtig ist aber nicht nur das Wissen um die Probleme, sondern auch die konsequente Umsetzung einer bewussteren Lebensweise.

Warnsignale beachten

Durch ein rechtzeitiges Erkennen erster Symptome kann häufig ein größerer Schaden abgewendet werden: Brustschmerz bei körperlicher Belastung als Hinweis auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, Atemnot als Hinweis auf eine beginnende Herzschwäche, ein unregelmäßiger Puls beim Blutdruckmessen als Hinweis auf eine Herzrhythmusstörung, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Wenn derartige Beschwerden auftreten, ist unbedingt eine weitere Abklärung erforderlich.

Die entsprechende Therapie einleiten

Wenn eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems tatsächlich besteht, gibt es in der modernen Medizin viele Möglichkeiten einer effektiven Behandlung: verengte Herzkranzgefäße können mit Dehnung und Stent behandelt werden, dringlich ist das beim akuten Herzinfarkt. Schlaganfälle können, wenn rasch diagnostiziert, mit einer Blutverdünnung behandelt werden.

Bei Herzschwäche gibt es viele gut wirksame Medikamente und auch spezielle Herzschrittmacher, die sogar zu einer Verbesserung der Herzleistung führen können. Beim Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung, ist die wichtigste Maßnahme die Blutverdünnung zur Vorbeugung eines Schlaganfalles. Viele Herzrhythmusstörungen können mit Medikamenten und durch Verödung mittels Herzkatheter behandelt werden, bei bedrohlichen Herzrhythmusstörungen kann ein Defibrillator ein gefährliches Ereignis verhindern.

Rehabilitation und Nachsorge

Wenn eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems aufgetreten ist und behandelt wurde, ist es wichtig, einerseits durch ein gezieltes Training die körperliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Andererseits muss durch einen bewussten Lebenswandel und eine konsequente medikamentöse Therapie einem neuerlichen Ereignis vorgebeugt werden.

Hier leistet neben der Eigeninitiative des Betroffenen und der ärztlichen Nachbetreuung eine stationäre oder auch eine ambulante Rehabilitation eine wichtige Hilfe. Wichtig ist es, dem Menschen zu vermitteln, dass auch nach einem Ereignis durch Lebensstil und medizinische Unterstützung sehr viel erreicht werden kann.