Nach Herzinfarkt, Bypass- und Herzklappen-OP oder mit einer entsprechend diagnostizierten Herzschwäche sollten Sie möglichst schnell in Reha gehen, um fit für Ihr neues Leben danach zu werden.

Vor der Reha: Antrag stellen

Als PatientIn stellen Sie bei Ihrer zuständigen Versicherung einen Antrag auf ein Anschlussheilverfahren (AHV), der in der Regel innert zwei bis sechs Wochen bewilligt wird. Im Antrag äußern Sie Ihren Wunsch auf stationäre oder ambulante Reha.

In der Reha: Bewegung nach individuellem Therapieplan

Eine Reha, ambulant wie stationär, startet mit einer umfassenden Diagnostik, die Ihre Belastbarkeit ermittelt und mit der Ihr individueller Therapieplan aufgestellt wird. Er umfasst:

  • aktive Therapien
  • Beratungen und Schulungen zur gesunden Ernährung, zu Risikofaktoren u.a.
  • psychologische Betreuung
  • medikamentöse Einstellung

Als aktive medizinische Bewegungstherapien kommen entsprechend Ihrer Herz-Kreislauf-Erkrankung/-Behandlung Ergometertrainings, Wandern, Gymnastik und Kraft-Ausdauer-Trainings in individuell passender Intensität zur Anwendung. Sie werden von den Reha-Fachkräften in der Bewegung geschult und medizinisch überwacht, zum Beispiel per EKG.

Bewegen müssen Sie sich selbst – zwei bis drei Stunden täglich. Ziel der Bewegung und Schulung darin ist es, Sie zu befähigen, die in der Reha erlernte Bewegung in Ihren Alltag einzubauen, so dass Sie künftig „bewegter“ leben. Sie lernen beispielsweise auch, mit einer Pulsuhr umzugehen, die von nun an zum Tachometer Ihres Lebens wird.

Das Beratungsangebot zu Ernährung, Risikofaktoren und mehr soll helfen, sich praktisch auf das neue Leben nach/mit Ihrer Erkrankung vorzubereiten. Hinzu kommt eine psychologische Betreuung, die Sie darin unterstützt, Ihre Krankheit buchstäblich mit Herz und Verstand zu verarbeiten und die mit ihr eintretenden Veränderungen Ihres Lebens aktiv anzunehmen.

Die ambulante Reha ist PatientInnen zu empfehlen, die mitten im Leben stehen und die flexiblen Therapietermine gut mit Beruf und Familie vereinbaren können. Ältere PatientInnen ohne sozialen Anschluss profitieren dagegen oft von der Rundumfürsorge einer stationären Reha.

Nach der Reha: Feintuning des Lifestyles

Sie verlassen die Reha somit als Profi im Umgang mit Ihrer Erkrankung. Nach ein, zwei Jahren können Sie ein weiteres Heilverfahren beantragen. Es dient der Feineinstellung Ihrer neuen Lebensweise nach beziehungsweise mit Ihrer Herz-Kreislauf-Erkrankung.