Derzeit leidet etwa jeder 12. Mensch in Österreich an Diabetes mellitus - der Zuckerkrankheit. Für die Betroffenen, ihre Angehörigen, aber auch das Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft stellt das eine große Herausforderung dar. Ein geringer Anteil dieser Patienten (ca. 50.000) leidet an einem so genannten Typ-1-Diabetes. Dabei kommt es zu einer Entzündung in jenen Zellen der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion von Insulin verantwortlich sind und bei Auftreten der Erkrankung ist die körpereigene Insulinproduktion beinahe erloschen. Für diese Menschen ist daher eine Behandlung mit Insulin die einzig mögliche Therapie und vor Entdeckung des Insulins 1922 war Typ-1 Diabetes eine Erkrankung, an der die Betroffenen meist binnen kürzester Zeit verstarben.

Wie bekommt man einen Typ-2-Diabetes ?

Der überwiegende Teil der an Diabetes erkrankten Menschen – mehr als 90 Prozent - leidet an einem Typ-2- Diabetes. Um zu erkranken, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Einerseits eine – vererbte, genetisch bedingte – Schwäche der eigenen Insulinproduktion. Andererseits eine – meist durch den Lebensstil ausgelöste – Unempfindlichkeit des Körpers gegenüber der Wirkung des eigenen Insulins. Dieser zweite Punkt ist dafür verantwortlich, dass Typ-2-Diabetes einerseits als sogenannte Wohlstandserkrankung gesehen wird und andererseits in Ländern wie Österreich stark im Zunehmen begriffen ist. Wie in allen Industrieländern steigt die Zahl der übergewichtigen und adipösen (fettleibigen) Menschen als Resultat der Tatsache, dass wir mehr Energie essen als verbrauchen.

In Österreich etwa ist nicht einmal mehr jeder Zweite normalgewichtig. All das ist sicherlich auch eine Folge des zunehmenden Wohlstandes in der industrialisierten Welt. Zusätzlich bewegen wir uns immer weniger – die körperliche Aktivität in der Berufswelt hat in den letzten 50 Jahren stark abgenommen und viele gleichen das nicht durch vermehrten Freizeitsport aus. Wir leben also in einer Gesellschaft die das Auftreten eines Typ-2-Diabetes stark begünstigt.

Typ-2-Diabetes ist nicht immer eigenverantwortet

Die so oft gehörte Aussage über Menschen mit Typ-2-Diabetes: „Selber schuld, sollen die doch weniger essen und sich mehr bewegen.“ ist daher grundfalsch. Menschen mit Typ-2-Diabetes leben nicht ungesünder als ein Gutteil von uns allen. Sie haben bloß das Pech, auch noch eine schlechte Funktion ihrer Insulinproduktion geerbt zu haben.

Diabetes hat dramatische Folgen

Die Folgen des Diabetes sind dramatisch. Rund 10.000 Menschen sterben in Österreich jedes Jahr daran– alle 50 Minuten ein Todesfall. 60 Prozent aller Amputationen gehen jedes Jahr auf das Konto des Diabetes, mehr als 200 Menschen erblinden und rund 300 benötigen eine Nierenersatztherapie (Dialyse). All das in erster Linie als Folge der Tatsache, dass der Diabetes unsere Blutgefäße schädigt. Auf Basis einer Atherosklerose (Gefäßverkalkung) treten Herzinfarkt, Schlaganfall, Schaufensterkrankheit (periphere Verschlußkrankheit) 2-5 mal häufiger auf. Die kleinen Blutgefäße in Nieren, Augen und Nerven werden ganz spezifisch geschädigt.

Eine frühe Diagnose ist das um und auf

Vorbeugend ist eine möglichst frühzeitige und gute Kontrolle aller Risikofaktoren – Blutzucker, Blutfette, Blutdruck. Daher ist eine möglichst frühe Diagnose von zentraler Wichtigkeit, um die Folgen der Erkrankung so gut wie möglich reduzieren zu können.

Nachhaltige Information ist wichtig

Diese Beilage kann Ihnen helfen, wichtige Informationen zum Thema Diabetes mellitus zu bekommen. Aber auch die Österreichische Diabetes Gesellschaft als wissenschaftliche Fachgesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern. Mit FACE DIABETES trägt auch sie dazu bei, die Information, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit für dieses wichtige gesellschaftliche und politische Thema zu verbessern. (www.facediabetes.at)