Meist erkranken Menschen bis zum Alter von 35 Jahren an Diabetes Typ 1, jedes Jahr in Österreich rund 300 Kinder und Jugendliche, Mädchen genauso häufig wie Buben.

Die Zahlen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, wobei immer jüngere Kinder – sogar Kleinkinder unter fünf Jahren – davon betroffen sind. Diabetes Typ 1 wird deshalb auch  juveniler oder insulinabhängiger Diabetes genannt.

Als Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr herstellen kann, ist es nötig, das fehlende Insulin zeitlebens zu ersetzen.

Diagnose

Feststellbar wird die Krankheit, wenn rund 80 Prozent der Insulin produzierenden Beta-Zellen zerstört sind und der daraus resultierende Insulinmangel Symptome wie raschen Gewichtsverlust, starken Durst, unmäßig großen Harndrang, starke Müdigkeit, entzündliche Hautveränderungen und einer nach Azeton riechenden Atemluft hervorruft.

Der Gang zum Arzt wird zwingend notwendig. Meist lässt sich bereits eine erhöhte Konzentration Zucker im Harn nachweisen, eine genaue Diagnose wird dann anhand standardisierter Blutzuckerbestimmung im Labor, Bestimmung der körpereigenen Insulinproduktion (C-Peptid) und von Antikörpern gestellt.

Risiko Über- & Unterzucker

Unterzucker ist die häufigste akut auftretende Komplikation bei Diabetes. Diabetiker Typ 1 sind in etwa 70-Mal jährlich von einer Unterzuckerung betroffen. Auch wenn die meisten Unterzuckerungen zum Glück recht harmlos verlaufen, bedeuten sie doch immer Stress für den Körper und gefährden vor allem ein bereits vorgeschädigtes Herz.

In Folge einer Hypoglykämie können Betroffene bewusstlos werden oder ins Koma fallen, häufige Hypoglykämien erhöhen sogar das Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

Doch nicht nur die Unterzuckerung, sondern auch die Überzuckerung ist für den Diabetiker eine Gefahr. Die Hyperglykämie tritt bei Zuckerkranken auf, wenn zu viele Kohlenhydrate konsumiert wurden.

Von den Organen wird dann die Glukose nicht mehr ordentlich verarbeitet, was man vor allem am süßlich riechenden Urin, dem sogenannten Urinzucker, erkennen kann. Während man bei einer Unterzuckerung rechtzeitig Warnsignale vom Körper erhält, kann man bei einer Überzuckerung in ein diabetisches Koma fallen, dass auch zum Tode führen kann.

Technologie

Zur Behandlung des Diabetes mellitus mit Insulin kommen seit Längerem technologische Hilfen zum Einsatz. Insulinpumpen sind in der Lage im Rahmen der sogenannten kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion (Abkürzung CSII für Continuous Subcutaneous Insulin Infusion) Insulin dosiergenau rund um die Uhr zuzuführen.

Warnsysteme, die beispielsweise an die Insulinpumpe angeschlossen sind, sollen mit akustischen Signalen vor einer Unterzuckerung bewahren. Der Warnmelder speichert auch den Verlauf der Blutzuckerwerte.

Glukose-Monitoring (CGM) bezeichnet die kontinuierliche und minutiöse Ermittlung des Glukosegehalts im strömenden Blut oder Körpergewebe. CGM-Systeme bieten den Vorteil, die eigene Stoffwechsellage nicht nur punktuell überprüfen, sondern einen 24-Stunden-Überblick über den täglichen Blutzuckerverlauf erhalten zu können. Mit integriertem Datenmanagement lassen sich dann Langzeitprotokolle anfertigen und auslesen.

Digitales Diabetes-Management soll die Kontrolle des Diabetes einfacher machen, die Auswertung von Blutzuckermesswerten erleichtern und helfen, die Therapie zu verbessern. Software, Internet und Apps werden daher auch für die Diabetes-Behandlung immer wichtiger.