Schlaganfall

Diabetes steht für Stoffwechsel- und Gefäßerkrankung gleichzeitig. Durchblutungsstörungen im Gehirn können einen kurzzeitigen Blutstau und infolgedessen einen Hirninfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Augenerkrankungen

Langfristig hohe Blutzuckerwerte schädigen die winzigen Blutgefäße in der Netzhaut (Mikroangiopathie), es kann zu Einblutungen durch brüchige Gefäße und Absetzungen von Fetten und Eiweißen aus dem Blut im Augeninnern kommen, eine sogenannte diabetische Retinopathie hat sich entwickelt, die häufigste Augenerkrankung von Zuckerkranken. Auch der Grüne und der Graue Star treten bei Diabetikern relativ oft auf. Allesamt führen diese Erkrankungen bei Nichtbehandlung zur Erblindung.

Bluthochdruck

Statt zu hohem sollten Diabetiker besser einen Blutdruck unter der Norm von 140/85 mmHg haben. Denn hoher Blutdruck bedeutet Dauerstress für die Blutgefäße und Organe. Verzicht auf Nikotin und Alkohol, regelmäßiger Ausdauersport und eine Gewichtsreduzierung können helfen, den Blutdruck ohne Medikamente zu senken.

Diabetische Nephropathie

Das chronische Nierenversagen ist nach Amputationen die zweithäufigste Diabetes-Komplikation, die fast die Hälfte aller Diabetiker im Laufe ihrer Krankheit entwickeln. Da die Nieren das Blut filtern, nehmen auch sie Schaden am zu hohen Blutzuckergehalt und Blutdruck und verlieren zunehmend an Funktionstüchtigkeit. Unbehandelt führt der Krankheitsverlauf über Nierenversagen und Dialyse bis im schlimmsten Fall zum Tod. Eine geminderte Nierenfunktion kann aber leicht via Eiweiß, in dem Fall Albumin, im Urin nachgewiesen und rechtzeitig behandelt werden.

Diabetische Neuropathie

Nervenleiden treffen fast jeden Dritten an Diabetes mellitus Erkrankten und können alle Organsysteme des Körpers betreffen. Schlecht eingestellter Diabetes kann also auch brennende oder stechende Schmerzen bevorzugt in den am weitesten vom Körperstamm entfernten Regionen wie Zehen, Füße, Finger sein. Sie unterscheiden sich von Durchblutungsstörungen dadurch, dass sie vorwiegend nachts auftreten und durch Bewegung gelindert werden können.

Arterielle Verschlusskrankheit der Waden

Die sogenannte Schaufensterkrankheit, akkurat: periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), beschreibt eine Durchblutungsstörung der Beine, die Erkrankten schon nach wenigen Schritten Schmerzen verursachen, die sie zu regelmäßigen Pausen zwingen. Ärzte nennen diese Krankheit deshalb auch Claudicatio intermittens – unterbrochenes Hinken. Regelmäßige Blutdruckkontrolle knapp oberhalb des Knöchels lässt eine Erkrankung vorzeitig erkennen: der Arzt teilt diesen „Knöchel-Wert“ durch den Blutdruck des Arms und erhält so den „Ankle Branchial Index“ (ABI), der unter 0,9 eine Durchblutungsstörung anzeigt.

Diabetisches Fußsyndrom

Verletzungen an den Füßen sind von Diabetikern unbedingt zu vermeiden. Sie heilen meist schwer oder bilden sogar Geschwüre. Im schlimmsten Fall droht dem Fuß dann eine Amputation. Es ist daher unerlässlich, vom behandelnden Arzt regelmäßig prophylaktisch die Fußempfindlichkeit untersucht und Wunden fachgerecht behandelt zu bekommen.

Hautbeschwerden

Bei Insulinmangel bzw. einer Insulinresistenz scheidet der Körper vermehrt Flüssigkeit über den Urin aus – die Haut trocknet aus, juckt und bildet vermehrt Schuppen. Krankheitserreger haben so leichtes Spiel: Diabetiker werden häufig von Pilz- und bakteriellen Infektionen heimgesucht. Häufige Hautveränderungen sind dabei dunkelrote Flecken und schmerzhafte Knötchen an den Schienbeinen und Knöcheln bei der „diabetischen Dermopathie“, rote, später braun-gelbliche Flecken bei „Necrobiosis lipoidica diabeticorum“ ebenda. Und vermutlich eine Folge von Insulinresistenz ist die „Aganthosis nigricans“: bräunlich erhabene Flecken in den Achseln, am Nacken und in der Leistengegend. Vor allem reichlich ungezuckerte Flüssigkeitszufuhr ist deshalb für Diabetiker wichtig.

Metabolisches Syndrom

Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und ein zu hoher Blutzuckergehalt bezeichnet man auch als metabolisches Syndrom. Diese vor allem für Diabetes Typ 2 typischen Erkrankungen schädigen Herz und Kreislauf zusätzlich und weisen ein hohes kardiovaskuläres Risiko auf.

Zöliakie

Durch das Getreideeiweiß Gluten (Klebereiweiß), welches in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt, wird die Bildung von typischen Antikörpern im Blut der Betroffenen angeregt. Einer der Antikörper richtet sich gegen die Zellen der Dünndarmschleimhaut. Der normale Aufbau der Dünndarmschleimhaut wird angegriffen und letztlich zerstört. Verdauungsbeschwerden und Mangelerscheinungen sind die Folge. Eine Gluten-Intoleranz kann leider sehr viele unspezifische Symptome aufweisen, zu denen Müdigkeit, Blässe, Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, aber auch Verstopfung, Appetit-
losigkeit, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit, Nervosität und Knochenschmerzen zählen. Aufschluss kann nur eine Blutuntersuchung nebst einer Biopsie der Dünndarmschleimhaut geben.