Die bedarfsorientierte und individuelle Beratung ist auch eine Forderung in der Österreichischen Diabetesstrategie aus dem Jahr 2017, damit Menschen mit Diabetes mellitus bestmöglich mit ihrer Erkrankung leben können. Es ist bewiesen, dass der Diabetesverlauf wesentlich vom Umgang der betroffenen Personen mit der Erkrankung abhängt.

Jede Diabetesbehandlung sollte entsprechende Schulungsmaßnahmen beinhalten, die es den Betroffenen ermöglichen, sich aktiv mit dem Diabetes auseinanderzusetzen. Um eine optimale Stoffwechseleinstellung zu erreichen, ist es notwendig, mit ihnen gemeinsam individuelle Blutzuckerzielbereiche zu vereinbaren sowie ihre Selbstmanagementfähigkeiten zu stärken.

Wesentlicher Bestandteil

Auch die Österreichische Diabetesstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen fordert für Menschen mit Diabetes mellitus, dass sie in allen Lebenslagen bestmöglich mit der Erkrankung zurechtkommen können und zu selbstbestimmtem Leben befähigt werden. Eine individuelle und bedarfsorientierte Beratung ist daher das Mittel zum Zweck und auch als integraler Bestandteil der Diabetesbehandlung in nationalen und internationalen Therapieleitlinien nicht wegzudenken.

Wege zur Information

Aber wie soll Beratung aussehen? Der einfachste Weg wäre es, den Betroffenen eine Informationsbroschüre in die Hand zu drücken, diese Broschüre den Betroffenen lesen zu lassen, anschließend zu fragen, ob es Fragen gibt, und fertig! Der andere Weg besteht in individuell gestalteter Beratung.

Dem Betroffenen sollte nur das vermittelt werden, was er noch nicht weiß bzw. Themen, wo es Defizite gibt. Es soll die richtige Information im richtigen Moment zur richtigen Zeit besprochen werden. Durch zielgerichtete Gesprächsführung erkennt das Betreuungsteam die schon bekannten Beratungsinhalte und ebenso die Informationsdefizite, welche für die selbstbestimmte Behandlung des Diabetes mellitus notwendig sind.

Umgang und Bewältigung

Der Lernwunsch des Betroffenen sowie die Motivation und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Beraterinnen und Beratern ist essenziell für eine schrittweise Kompetenzentwicklung. Entsprechende Hilfsmittel für geeignete Vermittlungsmethoden und die richtige Wahl des Einsatzes dieser Methoden in einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen unterstützen die Betroffenen in Empowerment und Selbstmanagement.

Die Inhalte der Diabetesberatung sind primär Informationen zu Krankheitsentstehung und Krankheitsverlauf, zu Akut- und Spätkomplikationen, Therapiemöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.

Ein nicht unwesentlicher Teil bezieht sich aber auf die Integration der Erkrankung ins tägliche Leben und Bewältigungsstrategien für herausfordernde Lebenssituationen. Daher muss auch die Beratung oder Schulung zu solchen Zeitpunkten angeboten und genutzt werden können, wo die Erkrankung durch andere Lebensumstände im Moment nicht so sehr im Vordergrund steht.