Eva Toplak
mutter von alexander, 8 Jahre mit Bienengiftallergie

Der 5-jährige Alexander läuft beim Ball spielen im Garten umher. Er bemerkt nicht, dass eine Biene Kreise um ihn zieht. Erst als sie wenige Augenblicke später am Hals zusticht, weint er laut auf. Was dann folgt, möchte keine Mutter bei ihrem Kind erleben.

„Wir wussten schon vorher, dass Alexander auf Insektenstiche etwas stärker reagiert als andere Kinder, auch Gelsenstiche haben bei ihm von jeher zu starken Schwellungen geführt. Aber an diesem Tag war kein Zweifel offen: Wir mussten schnell handeln.“ erzählt Eva Toplak, Mutter des mittlerweile 8-jährigen Jungen, der über Schwellungen im Kopfbereich, rote Flecken und Atembeschwerden klagte.

 

Was passiert im Körper während eines allergischen Schocks?

Voraussetzung für einen allergischen bzw. anaphylaktischen Schock ist eine Sensibilisierung des Körpers. Der Organismus baut dabei nach dem Erstkontakt mit dem Fremdstoff eine fehlgeleitete, spezifische Immunabwehr auf, die bei erneutem Kontakt zu einer allergischen Reaktion führen kann. Bei einer »Anaphylaxie« - wie die Überreaktion des erworbenen Immunsystems genannt wird – kommt es zu einem Überschuss an freigesetzten Mediatorsubstanzen wie zum Beispiel Histamin. Die körperliche Reaktion darauf ist: erhöhte Durchlässigkeit der Gefäßwände, sodass Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe austritt, Weitstellung der Blutgefäße, die den Blutdruck fallen lässt und somit lebenswichtige Organe nicht mehr mit Nährstoff en versorgt, sowie eine Verkrampfung der bronchienumspannenden Muskulatur.

So war es auch bei Alexander der Fall. Schon in den ersten 30 Minuten nach dem Stich schwillt sein Kopf an mehreren Stellen unabhängig der Einstichstelle an, seine Haut wird fleckig und er bekommt schwer Luft. Je kürzer die Zeit zwischen dem Kontakt mit dem Allergen und dem Auftreten der Symptome, desto kritischer ist die Situation. Wohin bei Verdacht eines anaphylaktischen Schocks?

Der erste Weg führte die Familie zur Kinderärztin, die den Buben bereits gut kannte. „Sie hat uns damals nach einer kurzen Untersuchung unbedingt zu einem Allergietest geraten. Also sind wir wieder ins Auto gestiegen und sofort ins Allergiezentrum gefahren.“ sagt die Mutter. Die möglichen Untersuchungen reichen von Hautkontakt- bis zu Bluttests. Bei Verdacht auf eine Insektengiftallergie wird nach schweren Reaktionen meist zuerst ein Bluttest durchgeführt, um erste Hilfsmaßnahmen gezielt setzen zu können. Erst in einem weiteren Schritt wird mit Hauttests wie dem Pricktest fortgefahren, durch die oft eine Sensibilisierung nachgewiesen werden kann. Nach Feststehen der Ursache stehen den Betroffenen mehrere Möglichkeiten offen. Eva Toplak suchte an mehreren Stellen Rat: „Nach der Auswertung im Allergiezentrum haben wir uns bei einem Hals-Nasen-Ohren Facharzt einen Termin geben lassen.

 

„Die Kinderärztin hat uns damals unbedingt zu einem Allergietest geraten.“

 

Dort wurden weitere Tests durchgeführt und wir bekamen Rat und Anleitung für den Fall eines weiteren Bienenstichs. Aufgrund der Schwere der Symptome, hat der Besuch bei einem Homöopathen in unserem Fall nicht geholfen.“ Ein vom Allergieinstitut verschriebenes Notfall-Paket führt die Familie nun stets bei sich. Alexander weiß auch wenn er alleine unterwegs ist, was im Falle eines Bienen- oder Hornissenstichs zu tun ist. Als Sofortmaßnahme sowie bei leichten Symptomen wie Haut- oder Kreislaufreaktionen helfen ihm oral eingenommene Tabletten, bei bedrohlichen Zuständen wie Atemnot oder einem Schock hat er einen Adrenalin- Autoinjektor bei sich. Gebraucht hat er ihn bis dato nicht. „Er weicht Bienen so gut wie möglich aus und hält ruhig und schließt den Mund, wenn doch eine seinen Weg kreuzt. In den letzten drei Jahren hatte er dadurch gottseidank auch keinen Stich.“