Rinnende Nase, juckende oder tränende Augen: Das sind Anzeichen einer allergischen Reaktion. Mit den ersten Sonnenstrahlen steigt auch die Pollenbelastung. Zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung sind von allergischer Rhinitis, besser bekannt als „Heuschnupfen“, betroffen, Tendenz steigend, erklärt Apothekerin Angelika Kogard. Aber nicht nur Pollen können allergische Reaktionen auslösen, auch Staub, Schimmelpilz oder Tierhaare sind bekannte Allergene. Mit dem Nachteil, dass die Saison das ganze Jahr lang andauert. Die Allergene werden mit der Umgebungsluft herangetragen und dringen über die Schleimhäute der Nase oder der Augen in den Körper ein. Seit Kurzem weiß man, dass die ungewünschten Substanzen auch über die Haut in den Körper gelangen.

 

Regel Eins: Vermeidung

„Die erste Regel lautet Vermeidung“, schildert Frau Kogard ihre Strategie gegen allergische Reaktionen. Ein einfaches Instrument ist der Pollenwarndienst im Internet. Hier können sich Allergiker über die jeweilige Belastung in ihrer Stadt informieren.

„An starken Tagen sollte man Aufenthalte im Freien möglichst kurz halten“, rät die Apothekerin. Aber auch um das Eindringen der Pollen zu verhindern, gibt es Wunderwaff en. Etwa Nasensprays und Augentropfen, die einen Schutzfi lm über die Schleimhäute legen und Bodylotions, die eine Aufnahme über die Haut verhindern.

Pollenallergiker sollten zudem jeden Abend Haare waschen, sonst verteilen sich die Allergene über das Kopfpolster erneut. Pollen haben unterschiedliche Saisonen: „Patienten sollten ihre Urlaube in die Hochsaisonen legen. Am besten über 1500 Meter Seehöhe oder ans Meer“, erklärt Frau Kogard. So einfach lassen sich Milben oder Schimmelpilze nicht umgehen. Aber auch hier gibt es Abhilfe. Milben leben im Hausstaub, auf Polstermöbeln oder im Bettzeug. Sie ernähren sich von Hautschuppen, ihre Stoff - wechselprodukte rufen allergische Reaktionen hervor. 

Deshalb sollte man Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln und das Zimmer möglichst bei 20 Grad Raumtemperatur und nicht über 50 Prozent Luftfeuchtigkeit halten, erläutert die Expertin. Für Matratzen oder Bettwäsche gibt es Überzüge („encasings“), die bei sechzig Grad gewaschen werden können. So wird die Nahrungsgrundlage der Milben beseitigt und die Allergenlast im Körper gesenkt.

 

Hilfe aus der Natur

„Nur meiden hilft aber nicht immer“, meint die Expertin. In schwierigen Fällen muss medikamentös nachgeholfen werden: Antihistaminika blockieren die Histaminrezeptoren und wirken somit Symptomen entgegen. Andere Wirkstoff e stärken die Oberfläche der Histaminzelle, damit dieses gar nicht erst austreten kann. Bei einer Hyposensibilisierung soll das Immunsystem nach und nach an das Allergen gewöhnt werden. Es gibt aber auch pflanzliche Alternativen. Ein Spezialextrakt der Astragalus membranaceus (Traganthwurzel) enthält aus medizinischer Sicht sehr bedeutsame Inhaltsstoffe. 

Diese senken die Sensibilität gegenüber Pollen und neutralisieren Allergene auf natürliche Weise ohne dabei Allergiesymptome auszulösen. Wichtig ist hierbei eine regelmäßige Einnahme während der gesamten Allergiebelastungszeit. Wer glaubt, an einer Allergie zu leiden, sollte am besten Tagebuch führen. So kann der Arzt schnell mögliche Auslöser eingrenzen. Tatsächlich getestet wird dann meist mittels Prick- Test, bei dem die Haut eingeritzt und mit unterschiedlichen Allergenen konfrontiert wird. Wo es zu Rötungen oder Juckreiz kommt, besteht Allergieverdacht. Auf keinen Fall sollte man die Allergie einfach ignorieren, rät Frau Kogard. Denn sonst könne es zu einem „Etagenwechsel“ kommen: Die Symptomatik rutscht von Augen und Nase in die Lunge. Die Folge sind eine Einengung des Bronchialsystems, anfallsartige Atemnot oder Asthma.