OA Dr. Wolfgang Mallin
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung

Um welche unterschiedlichen Beschwerden es sich dabei handelt, was man dagegen tun kann und warum Atemstörungen im Schlaf sogar (lebens-)gefährlich sein können, erklärt OA Dr. Wolfgang Mallin, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung, im Interview.

 

Welche Formen schlafbezogener Atmungsstörungen gibt es?

Neben nächtlichen Asthmaattacken und fortgeschrittener COPD, sowie dem schlafstörenden  einfachen Schnarchen ist die obstruktive Schlafapnoe (OSA) die häufigste und gefährlichste Atemstörung im Schlaf. Dabei kommt es zu Atempausen (Apnoen), die länger als zehn Sekunden dauern. In Extremfällen können diese Apnoen auch ein bis drei Minuten lang sein. Der dadurch verursachte Sauerstoffmangel führt zu einer Unterversorgung aller wichtigen Organe, besonders Herz und Gehirn, und zu entsprechenden gesundheitlichen Langzeitproblemen mit Spätfolgen.

 

Von welchen Spätfolgen sprechen wir da?

Die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, etwa mit starken Blutdruckschwankungen, ist enorm.  Das Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall im Schlaf oder Sekundenschaf im Straßenverkehr als Folge dieser Schlafstörung steigt massiv an.

Wie geschieht bei einer solchen obstruktiven Schlafapnoe?
Bei der OSA führt die Erschlaffung der Rachenmuskulatur zu einer Blockierung der oberen Atemwege. Man kann es mit wiederholten Erstickungsanfällen vergleichen. Die Sauerstoffzufuhr zur Lunge ist behindert, ein oft massiver Sauerstoffmangel im Schlaf ist die Folge.

 

Wie wird eine Schlafapnoe diagnostiziert?

Meist bemerken Angehörige das Problem, wenn der Partner im Schlaf wiederholt unregelmäßig atmet und dazwischen abrupt schnarcht bzw. röchelt. Bei einer vorhandenen Schlafapnoe erfolgt dieses Schnarchen unregelmäßig. Während der Atempause wird nicht geschnarcht. Viele Lungenfachärzte in Österreich haben ambulante Messgeräte, mit denen man zu Hause die Atmung im Schlaf überwachen kann. Ergibt diese Messung einen hohen Verdacht auf eine Schlafapnoe, wird der Betreffende zur genaueren Diagnostik bzw. zur Einleitung einer effektiven Therapie in ein darauf  spezialisiertes Schlaflabor im Spital überwiesen.

 

Ist eine Therapie möglich?

Ja, mit der CPAP-Therapie, bei der mittels einer Atemmaske ein konstanter Überdruck in den Atemwegen erzeugt wird. Ein Kollaps der Atemwege wird dadurch verhindert und gleichzeitig auch das für den Partner störende Schnarchen beseitigt.

 

Kann man dagegen vorbeugen?

Massives Übergewicht, Schlafen in Rückenlage, Alkoholkonsum vor dem Schlaf und einige Schlafmittel können das Risiko für Atempausen im Schlaf erhöhen.