Priv.Doz.Dr.Georg-Christian Funk
Lungenfacharzt und Internist in Wien

Was ist COPD?

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung („Chronic Obstructive Pulmonary Disease“) ist durch eine Behinderung des Atemflusses (=Obstruktion) und durch Zerstörung des Lungengewebes (=Emphysem) charakterisiert.

Die Erkrankung betrifft jeden vierten Österreicher über 40. Sie verläuft fortschreitend und in den frühen Stadien oft unbemerkt.

 

Was verursacht COPD?

Die wichtigste Ursache der COPD ist das aktive Zigarettenrauchen. Darüber hinaus spielen eine erbliche Belastung, Infektionen, das fortschreitende Alter, passiver Zigarettenrauch, schädliche Dämpfe am Arbeitsplatz, sowie der Feinstaub eine Rolle.

 

Wann muss man an COPD denken?

Aufgrund des schleichenden Beginns der Symptome werden diese anfänglich oft nicht wahrgenommen. Wenn bei aktiven oder ehemaligen Rauchern über längere Zeit Husten oder Kurzatmigkeit auftritt, sollte eine Untersuchung auf COPD erfolgen.

 

Wie wird COPD festgestellt?

Ob ein Patient COPD hat, kann durch eine schmerzlose Lungenfunktionsprüfung (=Spirometrie) geklärt werden. Zur Bestimmung des Schweregrades der COPD werden die Lungenfunktionsprüfung, die Symptome und die Häufigkeit von Krisen herangezogen.

 

Was bedeutet COPD für den Betroffenen?

Die Patienten leiden unter Husten und zunehmender Luftnot. Deswegen vermeiden sie oft körperliche Belastung, was die Leistungsfähigkeit weiter verschlechtert. Akute Verschlechterungen der Lungenfunktion und der Symptome (sogenannte Exazerbationen) sowie Begleiterkrankungen von Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Knochen spielen für den Verlauf der COPD eine wichtige Rolle. Wiederholte Krankenhausaufenthalte verschlechtern die Lebensqualität der Patienten. Aufgrund der Luftnot und der eingeschränkten Leistungsfähigkeit treten bei Patienten mit COPD häufig Symptome von Angst und Depression auf.

 

Wie wird COPD in frühen Stadien behandelt?

Die Ziele der COPD-Therapie sind die Verminderung von Symptomen und die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufes. Die wichtigste Maßnahme ist ein möglichst früher und professionell begleiteter Rauchstopp. Schutzimpfungen gegen Pneumokokken- und gegen die Grippe können Krisen verhindern. Schon in frühen Stadien der COPD kommen inhalative (=eingeatmete) Medikamente zur Anwendung, welche die Luftwege erweitern und die Atmung dadurch erleichtern. 

Entscheidend ist der Erhalt der körperlichen Aktivität durch regelmäßige Bewegung (30 Minuten pro Tag). Menschen mit leichten Stadien der COPD können die hochwirksame Bewegungstherapie selbstständig im Fitnesscenter durchführen. Das eigenständige Überwachen der Symptome (z.B. mit dem CAT = COPD Assessment Test) ermöglicht es den Patienten, Verschlechterung der Lungenfunktion rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam mit dem Arzt zu reagieren.

 

Wie wird COPD in fortgeschrittenen Stadien behandelt?

Auch bei Patienten mit fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann ein medizinisch gesteuertes Training die Kurzatmigkeit vermindern und die Leistungsfähigkeit verbessern. Bei stark eingeschränkter Lungenfunktion wird Sauerstoff von außen zugeführt. Schließlich kommen manche Patienten für eine Verkleinerung des Lungenvolumens oder eine Lungentransplantation infrage.

 

Kann man COPD verhindern?

Der Rauchstopp ist der entscheidende Schritt, um COPD zu vermeiden. Dies gilt auch für Menschen, die schon von COPD betroffen sind – es ist nie zu spät! Das Vermeiden von schädlichen Dämpfen oder Stäuben am Arbeitsplatz (dazu gehört auch der Passivrauch) sind ebenfalls wichtig.