Prim. Dr. Vetter
Facharzt für Lungenkrankheiten und Vorstand der II. Internen Lungenabteilung am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe

„Wenn Husten und Auswurf über wenigstens drei Monate in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren bestehen, liegt eine chronische Bronchitis vor“, erklärt Prim. Dr. Norbert Vetter, Facharzt für Lungenkrankheiten und Vorstand der II. Internen Lungenabteilung am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe. „Die Chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) ist eine fortschreitende, durch Gabe von Medikamenten nicht vollständig rückgängig zu machende Atemwegsverengung, verbunden mit einer abnormen Entzündungsreaktion. Und hat so natürlich Auswirkungen auf den gesamten Organismus.“


Raucher als Risikogruppe

Laut Prim. Dr. Vetter beginnt COPD schleichend und fast unmerklich, wird zu Beginn oft für einen Raucherkatarrh gehalten. „Bei einer früh durchgeführten Lungenfunktionsprüfung zeigt sich aber schon zu Beginn der Erkrankung ein typisches Kurvenbild, sodass man dann schon mit der Behandlung beginnen kann“, erklärt der Lungenfacharzt. Der Grund, warum COPD häufig für einen Raucherkatarrh gehalten wird, ist die Häufung der Erkrankung unter Rauchern.
„Raucher sind fast die einzige Risikogruppe, die eine COPD bekommen. Eine solche Erkrankung bei einem Nichtraucher gibt es fast nicht.“


Schwere-Einteilung nach GOLD

Zur Einteilung der Schwere einer COPD-Erkrankung haben sich die GOLD-Richtlinien etabliert, die anzeigen, wie weit die Krankheit bei den Betroffenen fortgeschritten ist. „Die GOLD-Einteilung richtet sich nach dem Schweregrad der Verengung der Bronchien, die mittels einer Lungenfunktionsprüfung gemessen werden kann. Bei über 50 Prozent der Lungenfunktion fällt der Patient in Klasse I oder II, bei weniger als 50 Prozent in III oder IV. Ich halte diese Einteilung aber für nicht besonders klug gewählt. Denn sie beunruhigt die Patienten bei einer Verschlechterung der COPD mehr als notwendig“, stellt der Experte klar.


Mit COPD leben lernen

In den meisten Fällen ist eine COPD mit bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten gut therapierbar, gänzlich heilbar aber nicht, wie Prim. Dr. Vetter erklärt: „Wenn man unter Heilung das völlige Verschwinden der Bronchienverengung und aller Symptome versteht, ist es nicht heilbar. Es ist aber möglich, die Erkrankung zu stabilisieren und zu bessern. Und zwar so weit, dass man mit der Diagnose COPD sehr gut leben kann.“ Neben einer medikamentösen Therapie sollten Betroffene aufhören zu rauchen und ihren Körper mit Ausdauer- und Krafttraining stärken, um die Auswirkungen der Atemnot hintenan zu halten und weiter frei durchatmen zu können.